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Auskommen mit dem Taschengeld - Fit im Umgang mit Geld

Junge mit Geldscheinen

Wenn Jugendliche mehr Geld ausgeben als sie haben, kommen Probleme auf sie zu. Wenn sie Geld von Eltern oder Freunden leihen und es nicht zurückzahlen können, leidet das Vertrauen bzw. die Freundschaft darunter. Besser ist es, wenn Jugendliche lernen, mit ihrem Taschengeld auszukommen.

Die Verbrauchzentrale Hessen informiert dazu hier im VerbraucherFenster Hessen.

Kurzinfo
Wenn Ihr mehr Geld ausgebt, als Ihr habt, bringt das nur Probleme. Das gleiche gilt beim Geld Eurer Freunde. Wenn Ihr geliehenes Geld nicht zurückzahlen könnt, leidet die Freundschaft darunter. Leiht Ihr Euch Geld bei den Eltern, gibt es auch Stress, denn Ihr müsst die Ausgaben rechtfertigen und zukünftig mit einer stärkeren Kontrolle rechnen. Besser wenn Ihr überhaupt nicht in diese Situation kommt und lernt, mit Eurem Taschengeld auszukommen. Für Extras gibt es auch mal Geld z. B. von der Oma oder von anderen Verwandten.

Grundsätzlich gilt:

  • Verplant nie mehr Geld als Ihr habt.
  • Immer ein bisschen Geld als Reserve für Ausgaben übrig behalten.
  • Keine unüberlegten Spontankäufe machen. Besser Käufe rechtzeitig planen und dabei die Preise vergleichen.
  • Wer merkt, dass das Geld nicht reicht, sollte z.B. über einen Nebenjob nachdenken: Babysitten, den Hund der Nachbarn ausführen, Nachhilfe geben, Zeitungen oder Prospekte austragen – es gibt viele Möglichkeiten, das Taschengeld aufzubessern. Vielleicht könnte man auch zu Hause eine Aufgabe übernehmen, für die die Eltern etwas Extrageld zahlen?    

Problembeschreibung

Michael ist 16 und bekommt von seinen Eltern monatlich 50 Euro Taschengeld. In letzter Zeit hat er viel gespart, um sich eine neue Grafik-Karte für seinen PC leisten zu können. Zu dumm, dass er sich noch Geld von seinem Freund Tom geliehen hat – für die CD seiner Lieblingsband.

Neben Computern und Musik gibt es noch Michaels Freundin Lisa. Natürlich telefonieren und „simsen“ die Beiden oft. Das kostet auch Geld und sein Freund Tom ist mittlerweile sauer, weil er ihm das geliehene Geld bis jetzt nicht zurückgezahlt hat.
Bald steht der Geburtstag seiner Schwester Meike an und Weihnachten ist auch nicht mehr weit weg – für die passenden Geschenke hat Michael kein Geld mehr. Deshalb fragt Michael seine Eltern, ob sie ihm Geld leihen könnten. Er würde es ihnen vom Taschengeld in Raten zurückzahlen. Seine Eltern finden das nicht gut. Sie sind nicht davon überzeugt, dass er es schafft, in Zukunft seine Schulden auszugleichen. Daher geben sie ihm nur das geliehene Geld für Tom und kürzen sein nächstes Taschengeld um diese Summe.

Tja, für Geschenke hat er jetzt kein Geld und steht am Geburtstag und Weihnachten mit leeren Händen da. Auch sonst ist er knapp bei Kasse, was Lisa wenig freut. Michael fragt sich, wie er das in Zukunft vermeiden kann.

Inhaltsverzeichnis

1       Ausführliche Informationen
1.1.1 Können sich Jugendliche schon verschulden?
1.1.2 Den Überblick behalten
1.1.3 Das Geld fällt nicht vom Himmel
1.1.4 Reserven bilden
1.1.5 Taschengeldkonto und Sparkonto
2       Weitere Informationsquellen

1 Ausführliche Informationen

1.1 Allgemeines

Es gibt so viele Dinge, die man gerne hätte und leider gibt es Mitschüler oder Freunde, die viel mehr Geld zur Verfügung haben und deshalb den „Ton angeben“. Da kann und darf nicht jede/r mithalten.

Schon ein Kino- oder Discobesuch, das Treffen in der Eisdiele oder der Pizzeria reißt ein großes Loch in die Taschengeldkasse – nicht jede Familie kann es sich leisten, viel Taschengeld zu geben.

Wie jeder weiß, sind Jugendliche eine wichtige Konsumentengruppe, die in der Summe sehr viel Geld ausgeben. Kein Wunder, dass die Werbung gezielt Jugendliche anspricht und diesen klar machen will, dass sie ohne dieses oder jenes Produkt uncool sind. Oder dass alle Probleme mit dem Kauf des einen oder anderen Produktes gelöst sind. Weitere Infos dazu stehen im Artikel „Werbung - versteckte Verführung, fatale Folgen" 

Viele Angebote sehen preislich so aus, als wenn es Kleckerbeträge wären und man denkt, 5 oder 10 Euro sind doch gar nicht so viel! Nach dem Motto „das kann ich mir leisten.“ Alles in allem ist es aber doch mehr, als man zur Verfügung hat.

Tückisch sind Angebote, bei denen man die Kosten nicht auf den ersten Blick erkennt. Deshalb sind Handys oft der Einstieg in die Schuldenfalle. Die komplizierten Tarife und Kosten für das Downloaden von Klingeltönen und Logos sind nur schwer zu durchschauen. Schnell kommen da höhere Kosten auf einen zu.

1.1.1 Können sich Jugendliche schon verschulden?

Nein, juristisch gesehen, können sich Jugendliche, bis sie 18 werden, nicht verschulden. Banken und Sparkassen leihen ihnen ohne die Zustimmung der Eltern und des Vormundschaftsgerichts kein Geld. Auch bei Ratenkäufen müssen die Eltern zustimmen.

Schulden können aber entstehen, wenn Jugendliche mit Zustimmung der Eltern einen Handyvertrag ohne Limitbegrenzung abschließen. Dafür müssen dann im Zweifel die Eltern aufkommen, aber der Ärger wegen einer hohen Rechnung ist vorprogrammiert. Eine Prepaidkarte hilft dabei, die Kosten im Blick zu behalten. Weitere Infos hierzu stehen in dem Artikel „Handy & Co“.

Viele Schüler leihen sich Geld von ihrer Familie oder Freunden, weil das Taschengeld nicht ausreicht, um alle Wünsche rund um Handy, Musik, Klamotten oder PC-Spiele zu erfüllen. Doch wer sowieso schon wenig Geld hat, wird es mit der Rückzahlung schwer haben.

Der Schuldenberg wächst bei Jugendlichen oft sehr langsam an. Es sind weniger die großen Anschaffungen, die die Schulden auslösen. Meistens kommen Schulden durch viele kleine Käufe und Rechnungen zustande.

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1.1.2 Den Überblick behalten

Wer regelmäßig einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung hat, muss im Voraus wissen, wofür er dieses Geld ausgeben möchte.

Manche Eltern treffen mit ihren Kindern klare Absprachen darüber, was sie von ihrem Taschengeld bezahlen müssen, z. B. nur die „Extras“, wie Comics, CDs und DVDs oder aber auch Schulmaterial und Klamotten.
In jedem Fall sollte man sich klarmachen, wie teuer die Dinge sind, die man vom Taschengeld bezahlt. Hier hilft oft eine kleine Übersicht, um die Kosten zu kontrollieren. Zum Beispiel:

Jede Woche ein Comic oder eine Zeitschrift
4 x 2,50 – monatlich 10 Euro
Prepaidkarte fürs Handy 15 Euro
Zwischensumme 25 Euro

Dreimal pro Woche eine Cola, ein Brötchen oder Süßigkeiten am Kiosk
3 x 1 Euro x 4 – monatlich 12 Euro
Zwischensumme 37 Euro

Bei einem Taschengeld von 50 Euro verbleiben somit nur noch 13 Euro für den Kauf von CD’s, DVD’s, Klamotten oder für’s Kino. Das ist ganz schön wenig.

Was tun? Vielleicht doch auf den Kauf des Comics verzichten? Oder die Besuche am Kiosk vermeiden? Oder weniger mit dem Handy telefonieren?

Jeder entscheidet selbst, was ihm wichtig ist und wofür er sein Taschengeld ausgeben will!

Wenn man Klamotten und Schulmaterial selbst bezahlen muss, sollte dafür ein fester monatlicher Betrag eingerechnet werden – auch, wenn diese Beträge nicht jeden Monat ausgegeben werden. Man kann diese Beträge zurücklegen – für Zeiten, in denen man mehr braucht.

Wer seine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und ausrechnen möchte, wie viel er am Ende übrig hat, macht sich am besten eine tabellarische Übersicht. Die Eltern helfen dabei bestimmt mit.

Wichtig ist, dass das Taschengeld für die regelmäßigen Ausgaben reicht. Und noch schöner ist es, wenn nach Abzug dieser Ausgaben noch was übrig bleibt.

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1.1.3 Das Geld fällt nicht vom Himmel

Wer feststellt, dass das Taschengeld nicht reicht, muss entweder

  • seine Wünsche und Ausgaben reduzieren,
  • mit den Eltern über eine Taschengelderhöhung sprechen,
  • oder sein Taschengeld durch einen Nebenjob aufbessern.


Geldgeschenke zu Geburtstagen oder Weihnachten sind nicht geeignet, um das monatliche Taschengeld aufzubessern. Solche Geschenke kommen ja nur ein- bis zweimal im Jahr und lassen sich nicht fest einplanen. Mit Geldgeschenken kann man sich aber Sonderwünsche erfüllen, die man vom Taschengeld nicht bezahlen kann. Was mit den Geldgeschenken gemacht wird, muss aber mit den Eltern abgestimmt werden (siehe Fachbeitrag „Richtig einkaufen – unterwegs auf Shoppingtour)


Augen offen halten: Ein Nebenjob ist eine gute Möglichkeit, um das Taschengeld aufzubessern – vorausgesetzt, die Eltern sind damit einverstanden. Viele Menschen brauchen im Alltag Hilfe. Vielleicht würde sich die Nachbarin freuen, wenn ihr jemand ab und zu ein paar kleine Einkäufe erledigt oder die Treppe putzt. Oder ein Mitschüler braucht etwas Nachhilfe in Englisch. Auch mit Zeitungenaustragen lässt sich etwas Geld dazu verdienen.
Wer gezielt nach einem Nebenjob sucht, sollte jedoch unseriösen Anbietern aus dem Weg gehen (siehe Fachbeitrag "Nebenjobs? Ja bitte, aber seriös").

Nicht alle Eltern werden über Verhandlungen zur Erhöhung des Taschengeldes begeistert sein, da es sich viele nicht leisten können. Und manche Eltern wollen das Taschengeld aus erzieherischen Gründen nicht erhöhen. Allgemein sind Eltern verhandlungsbereiter, wenn man anhand einer Ausgabenübersicht belegen kann, wofür das Geld verwendet wurde. Damit zeigt man, dass man mit Geld umgehen kann und seine Ausgaben im Griff hat.


1.1.4 Reserven bilden

Wer spart und sich ein finanzielles Polster anlegt, kann sich z. B. über eine spontane Geburtstagseinladung freuen. Gerade an einem Geburtstag möchte man nicht mit leeren Händen dastehen, oder? Umso besser, wenn man seine Reserven nie ganz verbraucht.

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1.1.5 Taschengeldkonto und Sparkonto

Viele Jugendliche bekommen das Taschengeld von ihren Eltern in bar und haben ein Sparkonto für zusätzliche Geldzuwendungen z.B. von Verwandten. Dieses Sparkonto wird allerdings bei Minderjährigen von den Eltern verwaltet..

Jugendliche ab 14 können sich ein Taschengeldkonto eröffnen lassen. Ein Taschengeldkonto ist ein Girokonto bei einer Bank oder Sparkasse, auf das die Eltern zu einem bestimmten Termin das Taschengeld einzahlen oder überweisen. Dieses Konto muss aber von den Eltern eröffnet werden. Es dient nur dazu, den Kindern das Taschengeld auszuzahlen. Manche Banken und Sparkassen stellen den Jugendlichen eine Kundenkarte zur Verfügung, mit der die Einkäufe direkt bezahlt werden können. Das geht aber nur, wenn genug Geld auf dem Konto ist.

Tipp für die Eltern: Die sog. SCHUFA-Klausel muss für ein Taschengeldkonto nicht zwingend unterschrieben werden. Diese Klausel besagt, dass die Kontodaten des Kindes an die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) weitergeleitet und dort gespeichert werden. Kreditgebende Unternehmen können sich dort über das Konto und den Konto-Inhaber informieren. Da Jugendliche über das Taschengeldkonto keine Kredite erhalten, ist es nicht nötig, die Konto-Daten an die SCHUFA zu melden.

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2 Weitere Infoquellen

Informationen im Verbraucherfenster

Wie man seriöse und unseriöse Nebenjob-Angebote unterscheiden kann, erklärt der Fachartikel „Nebenjob? Ja bitte – aber seriös!" Worauf beim Umgang mit Handys zu achten ist, steht in dem Artikel „Handy & Co“

Beratungsangebote der Verbraucherzentrale

  • Hessenweites Servicetelefon 01805-972010. 0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunk maximal 0,42 € pro Minute.

  • Homepage: www.verbraucher.de

Infos aus anderen Quellen

Unter www.berufsstarter.verbraucher.de finden junge Leute, die in das Berufsleben starten, viele wichtige Infos u.a. zum Thema Auskommen mit dem Einkommen, Kontoführung, Versicherungen und Vermögensaufbau.


Verfasser:

Verbraucherzentrale Hessen e.V., Große Friedberger Str. 13-17, 60313 Frankfurt, im Auftrag des VerbraucherFensters Hessen

Bild:   © Yvonne Bogdanski - Fotolia.com

Letzte Aktualisierung: 13.04.2014